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Sozialistische Republik in Südostasien (Hinterindien), früher Burma, Birma; 676 578 km², 49,9 Mio. Einwohner (68 % buddhistische Birmanen, zahlreiche ethnische Minderheiten), Hauptstadt (seit 2006) Naypyidaw (ehemals Pyinmana). Im nördlichen Bergland gedeiht Reis, angebaut in Terrassenfeldbau ebenso wie im tropischen Mündungsgebiet des Irawadi an der Andamanensee, wo der Monsun reichlich Niederschläge bringt. Dazwischen liegt das Kernland mit dem trockenen Irawadibecken, wo v. a. Viehzucht möglich ist. Weitere Wirtschaftszweige des armen Myanmar sind Holzgewinnung (v. a. Teak), Erdölförderung, Bergbau und die illegale Opiumherstellung.
Geschichte
Aus dem chinesischen Raum drangen die Birmanen im 8. Jh. in das heutige Staatsgebiet ein, besiegten die rivalisierenden Mon und Schan und erreichten im 11. Jh. die Küste. Bis 1885 konnte sich die letzte birmanische Dynastie gegen die Briten behaupten, die danach das Land in ihre Kolonie Indien einbezogen. Aufstände in den 30er Jahren führten zur schrittweisen Gewährung der Unabhängigkeit, doch wurde Myanmar 1942 von den Japanern besetzt, sodass erst nach Ende des 2. Weltkriegs 1948 die volle Selbstständigkeit erreicht wurde.
Ethnische Konflikte und soziales Gefälle belasteten in der Folgezeit das innenpolitische Klima, sodass sich eine stabile Demokratie nicht bilden konnte und schließlich General Ne Win 1962 die Macht übernahm und den "birmanischen Weg zum Sozialismus" propagierte. Korruption und außenpolitische Isolierung aber schwächten die Zentralgewalt. 1981 trat Ne Win als Regierungschef zurück, blieb aber bis 1988 Staatspräsident und konnte erst durch einen Aufstand zum Aufgeben gezwungen werden. Die Hoffnungen auf demokratische Reformen erfüllten sich jedoch nicht, da das Militär die Unruhen zu erneutem Putsch nutzte.
1989 Umbenennung in Myanmar. Die 1990 gewählte Nationalversammlung (mit 485 Abgeordneten), darunter Aung San Suu Kyi, wurde nie einberufen; insgesamt sind noch zehn Parteien zugelassen, die aber wenig politische Bedeutung besitzen. Auf die Forderungen nach Demokratie, die seit den 90er-Jahren immer wieder laut werden, reagierte das Militär mit massiver Unterdrückung. Im September 2007 kam es zu einem "Aufstand der Mönche". Bei der brutalen Niederschlagung dieser Proteste wurden nach Schätzungen von Dissidenten 200 Menschen getötet.
Die Regierung verfolgt eine "Road Map" für den Übergang zu einer "disziplinierten Demokratie". 2010 sollen laut dieser Road Map allgemeine Parlamentswahlen stattfinden. Im Mai 2008 verwüstete ein Zyklon weite Teile Myanmars und tötete nach offiziellen Schätzungen über 80 000 Menschen, eine Million Menschen wurden obdachlos.